Gesund leben im Jahreskreis

21.01.2018 16:35 | Blog

Die 24 Abschnitte des chinesischen Kalenders

Wie in (fast) allen Kulturen dieser Welt haben unsere Altvorderen zumeist eine innige Beziehung zur Natur gehabt, lebten im Gleichklang mit der Natur und hatten viele Empfehlungen ("Bauernregeln") für das alltägliche Leben im Jahreslauf.

Ebenso verhält es sich mit den Menschen im antiken China - auch sie haben den Wandel der Natur beobachtet, haben Sonnenstände betrachtet und sich als Teil des Kosmos, des Großen und Ganzen gesehen. Eingebettet in die Abläufe der Natur tut der Mensch gut daran, sich ihr anzupassen. Viele Übungen und Methoden der Gesunderhaltung sind aus diesem Wissen entstanden.

Der traditionelle chinesische Kalender weicht von unserem europäischen insofern ab, als dort der Sonnenverlauf eine Rolle spielt. So wird ein Sonnenjahr in 24 Abschnitte eingeteilt (jieqi) und das chinesische Jahr beginnt meist erst Ende Januar /Anfang Februar. Jeweils sechs Jahresabschnitte bilden eine Jahreszeit. So beginnt dieser Almanach mit dem Jahresabschnitt Lichun/Frühlingsanfang 04./05. Februar. Die Datumsangaben beziehen sich zwar auf das Wettergeschehen in Nordchina, kann jedoch mit deutschen Verhältnissen durchaus verglichen werden. Letztlich liegt auch Deutschland wie Nordchina auf der Nordhalbkugel der Erde und die jahreszeitlichen Gesetze gelten hier wie dort.

Der Mensch als Mikrokosmos eingebettet im Makrokosmos - diese Metapher kann nur verstanden werden, wenn man die Lehre der 5 Elemente (oder besser 5 Wandlungsphasen) und jene von Yin und Yang berücksichtigt.

Die 5 Elemente/Wandlungsphasen sind ein Darstellungsbild für die uns umgebende Natur und Wirklichkeit. Nahezu alles kann man in diese 5 Kategorien einordnen - Wasser - Holz - Feuer- Erde- Metall. Die TCM spricht von einem nährenden Zyklus, in dem ein Element das andere sozusagen hervorbringt (Wasser nährt Holz; Holz nährt Feuer usw.), und u.a. auch einen Zyklus, in dem ein Element das andere kontrolliert (Wasser löscht Feuer, Feuer verflüssigt Metall; Metall spaltet Holz usw.). Den Elementen werden nun u.a. Organe zugeordnet (Wasser - Niere/Blase; Holz - Leber/Galle usw.), Sinnesorgane, Körperflüssigkeiten, Emotionen, Jahreszeiten, Körpergewebe, Richtungen, Landschaftsformen...

Yin und Yang stellen die beiden sich ergänzenden Gegensatzpaare dar, die sich gegenseitig bedingen - ohne rechts kein links, ohne oben kein unten, ohne außen kein innen., usw. Das aktive Yang und das passive Yin fließen immer in die Betrachtungen mit ein.

Im vorliegenden Buch nun wurden diese drei großen Komponenten vereint und mit (z.T. überlieferten) Ratschlägen zum Verhalten im Alltag, Rezepten, Tipps für den Krankheitsfall, Übungen und Geschichten aus dem Reich der Mitte ergänzt. So erhalten wir mit diesem Buch einen Almanach, der Jahr für Jahr wieder gute Dienste leistet, will man sich (mit dem Wissen der TCM) gesund und sinnvoll ernähren und verhalten.

Die angegebenen Rezepte folgen weitgehend der chinesischen Ernährungslehre und sind in ihrer Auswahl an die 24 Abschnitte des Kalenders angepasst - wir finden von Frühjahr mit Rezepten, die die Leber unterstützen und Magen und Milz stärken bis zum Winter mit Rezepten u.a.  gegen Kater durch Alkoholgenuss eine sinnvolle Bereicherung der heimischen Küche. Vielfach kommen die Rezepte mit einfachen Zutaten aus, mitunter ist ein Besuch im Asia-Laden sinnvoll, um spezielle Zutaten zu bekommen.

Helfende Übungen aus dem Qigong sowie einfache Massagen und Akupressur-Tipps bereichern und ergänzen das Spektrum auch hier jahreszeit- und damit organbezogen. Alle Übungen sind einfach nachzuvollziehen und auch die Akupressurpunkte sind so angegeben, dass man sie selbst leicht finden kann.

Alles in allem liegt uns hier ein wertvolles Nachschlagewerk vor, das all jene zu schätzen wissen werden, die sich für chinesische Gesundheitslehre offen sind.

Das Buch können sie hier bestellen.


Die Autorinnen:

Nelly Ma

Nelly Ma ist in Peking aufgewachsen und hat auch dort studiert. Sie lebt seit 1979 in Deutschland und war bis 2010 Universitätsdozentin für chinesische Sprache in Passau. Heute arbeitet sie als freie Dolmetscherin und Übersetzerin für Chinesisch.

Susanne Hornfeck

Susanne Hornfeck, Dr. phil, ist Germanistin und Sinologin, Autorin und Übersetzerin. Fünf Jahre lebte und lehrte sie in Taipei. 2007 wurde sie mit dem renommierten C.H. Beck Übersetzerpreis ausgezeichnet.
 

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