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Das Neue Taijiquan & Qigong Journal 3/2020

08.09.2020 14:21

TQJ 3/2020, Heft 81

 

Inhaltsverzeichnis


Editorial
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Veranstaltungskalender

Fair, neutral und streitbar
Die flexiblen Power-Response-Leitlinien in Qigong, Taijiquan und Kampfkunst
Von Dieter Mayer
Im Qigong wie im Taijiquan orientieren wir uns in der Regel an Begriffen und Konzepten aus der chinesischen Tradition, insbesondere an Yin und Yang. Dieter Mayer übersetzt die Yin/Yang-Dynamik in neutrale Begriffe und hat daraus das sogenannte »Power-Response-Training« entwickelt. Es bietet stil- und fachübergreifend ein Basistraining, das den Zugang nicht nur zu den chinesischen Bewegungskünsten erleichtern soll.

Spätsommer – Fürsorge leben
Von Katrin Blumenberg
Die Wandlungsphase Erde ist in der chinesischen Kosmologie dem Spätsommer zugeordnet, der Zeit, in der die großen Aktivitäten allmählich abklingen und es darum geht, Ernte und Erinnerungen gut zu verwahren. Die Erde ist der Nährboden, der Wachstum und Entfaltung möglich macht. Katrin Blumenberg geht im letzten Teil ihrer Artikelserie, in der sie einen psychosomatischen Blick auf die Organfunktionskreise richtet, darauf ein, wie wir sie pflegen, indem wir uns Ruhephasen gönnen und ein entspanntes Gleichgewicht finden zwischen Verantwortung und Fürsorge sowie Loslassen. Qigong-Übungen können uns helfen, unsere Mitte zu stärken, innere Anspannung aufzulösen und unser Gespür dafür schulen, wann es Zeit ist, Verantwortung zu übernehmen oder abzugeben, und wie weit wir unsere Fürsorge ausdehnen wollen.



Taijiquan und Faszientraining
Von Filip Gutknecht-Stöhr

Die Erkenntnisse der Faszienforschung zeigen, dass die Faszien ein alles verbindendes Gewebe darstellen, das Zug-, Stütz- und Bewegungskräfte durch den Körper überträgt, durch das wir uns selbst wahrnehmen und unsere Bewegungen koordinieren können und mittels dessen wesentliche Teile der Kommunikation innerhalb unseres Organismus ablaufen. Taijiquan kann mit seiner spezifischen Trainingsweise auch das Fasziengewebe günstig beeinflussen. Tiefe Körperwahrnehmung verbunden mit einer ausgefeilten inneren Bewegungssteuerung in einer bestimmten Körperausrichtung bildet die Grundlage, um die Faszien in ihrer Komplexität anzusprechen. Filip Gutknecht-Stöhr beschreibt auf der Grundlage des Chen-Stil Taijiquan in der Tradition von Chen Zhaokui und Chen Yu, welche Aspekte des Trainings besondere Wirkung im Fasziengewebe entfalten. >> ungekürzte Fassung

Róu – ein essentielles Prinzip
Von Fu Dechao

Im Qigong und im Taijiquan hören wir immer wieder, dass wir sanft und nachgiebig werden sollen. Fu Dechao erläutert die verschiedenen Bedeutungsebenen des zugrundeliegenden chinesischen Begriffs Róu, dem Gegenpol zu Gang, dem Harten. Er wird verständlich anhand von Analogien aus der Natur, allen voran dem Wasser, das weich fließend Hindernisse überwindet. Um selbst Róu zu werden, sind nicht nur Wärme und Bewegung hilfreich, sondern auch Offenheit, Toleranz sowie positive Gedanken und Handlungen.

Meister – Schmeister – Popeister!
Von Markus Maria Wagner

Im Taijiquan und im Qigong finden sich zunehmend die Bezeichnungen »Meister*in« oder »Großmeister*in« für Unterrichtende mit langer Erfahrung. Markus Maria Wagner weist darauf hin, dass dies keineswegs – wie teilweise angenommen – Übersetzungen von entsprechenden chinesischen »Titeln« sind. Er zeigt anhand eines Textes von John Kang, dass die in den chinesischen Kampfkünsten üblichen Anreden das Lehrerverhältnis betonen und zusätzlich die Position in der nach konfuzianischen Vorstellungen geprägten »Kampfkunstfamilie«. Dabei wird deutlich, dass insbesondere eine Selbstbezeichnung als »Meister« der chinesischen Kampfkunsttradition und dem entsprechenden Protokoll zuwiderläuft.

Üben und Experimentieren ergänzen sich
Qigong angemessen für westliche Menschen praktizieren
Von Prof. Dr. Wilfried Belschner

Wenn wir Qigong üben, folgen wir in der Regel den Vorgaben, die wir von einer Lehrerin oder einem Lehrer gelernt haben, und erkennen diese dabei als »Qigong-Autoritäten« an. Durch das ihrer Anleitung entsprechende Üben gewinnen wir Sicherheit und Vertrautheit. Wilfried Belschner hat aus seinen Erfahrungen mit der Provokativen Leibarbeit einen neuen Ansatz entwickelt, bei dem individuelle Bewegungsmuster, die im Qigong-Üben erkennbar werden, bewusst aufgegriffen werden. Durch eine experimentelle Herangehensweise lassen sich die Ursprünge solcher Muster erforschen und sie können sanft verändert werden, wenn deutlich wird, dass sie in der jetzigen Lebenssituation hinderlich sind. Dabei eröffnet sich ein Raum neuer Lebensmöglichkeiten.

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Zur Sprache gebracht: De-Mut Kolumne von Dietlind Zimmermann